Telefonieren und Surfen im Urlaub – das ändert sich 2016

Wer einen günstigen Urlaub bucht, will nicht unbedingt für die Fotos aus dem Urlaub oder Gespräche nach Hause ausgeben. Das ist auch nicht unbedingt notwendig, denn es gibt im Reisebereich einige Neuerungen 2016, die es preiswerter machen, von unterwegs die Verbindung nach Hause zu halten. Das betrifft sowohl den Urlaub als auch Geschäftsreisen.

Die Urlaubswelt im mobilen Bereich ist dabei nach wie vor zweigeteilt. Im europäischen Raum bzw. den Ländern der EU gibt es die sehr kundenfreundlichen Regelungen der EU was Roaming im Ausland betrifft. Außerhalb der EU gibt es dagegen bisher noch keine allgemeine Regulierung und damit sind hier die Kosten noch vergleichsweise hoch.

Die neuen Regelungen in der EU 2016

Innerhalb des EU Raumes hat die EU bereits sehr mehreren Jahren per Gesetz die Roamingpreise immer weiter abgesenkt. Unter großem Protest der Telekommunikations-Unternehmen sind die Kosten für Verbindungen innerhalb der EU jetzt in einem Bereich der deutlich preiswerter ist als das Roaming außerhalb der EU.

Derzeit gelten in der EU folgende Obergenzen für Gespräche, SMS und Datenverbindungen:

  • Abgehende Anrufe (pro Minute): maximal 19 Cent
  • Ankommende Anrufe (pro Minute): maximal 5 Cent
  • Ausgehende SMS (je SMS): maximal 6 Cent
  • Herunterladen von Daten (pro MB): maximal 20 Cent

Ab dem 30. April 2016 sinken diese Preise weiter bzw. werden angepasst. Dann gelten folgende Regelungen:

  • Abgehende Anrufe (pro Minute): nationaler Tarif + max. 0,05 Euro
  • Ankommende Anrufe (pro Minute): nationaler Tarif + max. 0,01 Euro
  • Ausgehende SMS (je SMS): nationaler Tarif + max. 0,02 Euro
  • Herunterladen von Daten (pro MB): nationaler Tarif + max. 0,05 Euro

Die Preise orientieren sich ab Mai für deutsche Urlauber also an den heimischen Tarifen. Wer einen preiswerten Inlandstarif hat, kann diesen auch preiswerter im EU-Ausland nutzen und wer in Deutschland viel zahlt, wird auch in der EU viel zahlen müssen. Es lohnt sich also ab Mai doppelt, Preise zu vergleichen, denn man spart damit dann in Deutschland und auch in der EU.

Noch günstiger wird es 2017. Ab dem 15. Juni 2017 sollen im gesamten Raum der EU die Roamingkosten für Gespräche, SMS und Datenverbindungen weg fallen. Dann telefoniert man im Urlaub zu den gleichen Kosten wie zu Hause.

Die Tarife für den Urlaub außerhalb der EU

Für Reisen in Länder außerhalb der EU gelten leider keine einheitlichen Richtlinie für die Roamingpreise und so liegen die Kosten für Gespräche, SMS und Internet-Verbindungen in diesem Bereich deutlich höher als innerhalb der EU.

So gehört bei der Telekom beispielsweise die Malediven als beliebtes Reiseland zur sogenannten Ländergruppe 3. Verbindungen sind hier besonders teuer. Auch Marokko zählt mit zu dieser Ländergruppe obwohl es geografisch gesehen gar nicht so weit entfernt liegt.

Für Gespräche aus diesen Länder berechnet die Telekom pro Minute Kosten von 2,51 Euro. Dafür kann man bei den meisten Tarifen in Deutschland schon fast eine halbe Stunde telefonieren. Daneben werden auch ankommende Gespräche aus Deutschland kostenpflichtig abgerechnet. Wer einen Anruf annimmt, zahlt 1,50 Euro pro Minute.

Noch teurer wird es für Urlauber, die in diesen Ländern ins Internet gehen wollen. Die Telekom berechnet hier 67 Cent. Allerdings nicht pro Megabyte Datenübertragung, wie in Deutschland üblich sondern pro angefangenen 50kB. Für jedes Megabyte Datenübertragung zahlt man so 13.40 Euro. Ein Urlaubsbild zu verschicken kann daher sehr teuer werden und man sollte sich in diesen Ländern sehr gut überlegen, ob man das Handy wirklich benötigt.

Sonderfall Kreuzfahrt

Den Urlaub auf einer Kreuzfahrt zu verbringen ist mittlerweile wieder sehr beliebt und dank vieler neuer Schiffe und Angebote auch durchaus erschwinglich.

Für die Nutzung von Handys und Smartphones gelten auf solchen Reisen besondere Regelungen. In der Nähe des Landes wird in den meisten Fällen das Landes-Netz genutzt und man zahlt dann den jeweiligen Tarif. Auf See bieten die Schiffe meistens ein eigenes Mobilfunk-Netz an, die Verbindungen werden per Satellit weiter geleitet. Die Schiffe haben auch eigene Tarife die teilweise deutlich über den normalen Kosten liegen und auch nicht von der EU Regulierung betroffen sind. Man sollte sich daher vor Reiseantritt erkunden, was surfen und telefonieren an Bord kostet, sonst könnte die Rechnung am Ende sehr teuer werden.
Wir danken dem Autor Bastian Ebert für diesen informative Beitrag


 

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